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Top Ten der schlimmsten Trauerfloskeln

Das ist sie also nun, die  Top Ten der schlimmsten Trauerfloskeln.

Bei den Kategorien gab es noch eine Neuaufnahme, die Du bist so stark – Äußerungen. Sätze aus dieser Kategorie wurden ebenfalls sehr häufig von Trauernden als nervige und manchmal sie sehr verletzende Floskeln genannt.
(Die Es war vorhersehbar – Hinweise habe ich dafür mit unter die Es war so bestimmt Aussagen eingeordnet.)

Auch die Top Ten Liste wurde von Tine Schenk in Postkartengröße gestaltet.
Sie darf von jedem für nicht kommerziellen Zwecke frei genutzt werden.
(Das Bild steht dafür hier zum kostenlosen Download bereit.)

In Kürze wird es das Motiv auch als fertige Postkarte zum Preis von 1,- € im Shop von DanaCards zu kaufen geben.
DanaCards ist ein Non-Profit Projekt. Erlöse aus dem Verkauf der Postkarten fließen an die Hilfsorganisation Karuna Deutschland e.V..

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Wie reagiert man auf Trauerfloskeln?

Es ist gut, wenn man als Trauernder ein wenig darauf vorbereitet ist, dass verletzende Floskeln und Ratschläge kommen können.
Auch finde ich es sehr hilfreich, wenn man weiß, dass solche Aussagen ein grundlegendes Problem in unserer Gesellschaft sind und sie sehr viele Trauernde zu hören bekommen. Es hat also nichts mit einem selber zu tun oder seinem persönlichen sozialen Umfeld.
Natürlich kann auch das Wissen darum, wie es überhaupt zu den verletzenden Äußerungen kommt, sehr entlastend sein. Wenn mir klar ist, dass es der andere nicht böse, sodern im Grunde sogar gut meint, er nur absolut keine Ahnung von meinem Trauerschmerz hat, da er solchen wahrscheinlich selber noch nie erleben musste, dann kann mir das u.U. helfen, nicht ganz so schockiert und verletzt zu reagieren.

Trotz allem bleibt aber die Frage, wie man denn als Trauernder in solchen Situationen reagieren kann oder sollte.
Ich denke, es kommt (wie eigentlich alles im Leben) stark auf die Situation und meine momentane Stimmung und Verfassung an.

Generell bin ich allerdings immer ein großer Freund von Ehrlichkeit. Außerdem glaube ich, dass wir nur durch Aufklärung etwas ändern.
Wie sollen die Leute wissen, was ihre Sätze anrichten, wenn es ihnen niemand erklärt?

Trotzdem muss man natürlich auch gut bei sich bleiben und z.B. schauen, ob ich man sich überhaupt gerade stark genug für eine mögliche Konfrontation fühlt.

Manchmal hilft auch eine sich vorher zurechtgelegte Antwort auf gängige Floskeln.

Auf soetwas wie „Trauerst du etwa immer noch?!“ antworten viele mittlerweile mit „Ja, denn er/sie ist immer nich tot“.

Bei unsensiblen Sätzen wie „Du hast ja zum Glück noch andere Kinder“ fragen manche Trauernde, auf welches seiner Kinder ihr Gegenüber denn gut verzichten könnte.

Wenn mir jemand mit „Das Leben geht weiter“ kommen würde, wäre meine Antwort wahrscheinlich „Stimmt, – und genau das ist gerade mein Problem.“

Hast du Antworten auf typische Phrasen?

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Trauerwissen – 5 neue Bilder

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(M)ein Weg etwas gegen Trauerfloskeln zu unternehmen

Ich vergesse bei vielen Postings zu den Trauerfloskeln leider die Erklärung, wieso es zu den Floskeln kommt (Unwissenheit, Überforderung, …) und dass diese in den allermeisten Fällen nicht böse sondern gut gemeint sind.
Auch müsste ich vielleicht besser jedesmal wieder dazu schreiben, dass es natürlich auch auf viele weitere Aspekte ankommt, ob Sätze als Floskeln wahrgenommen werden. Natürlich empfindet auch nicht jeder Trauernde gleich und wird durch Floskeln oder Ratschläge verletzt.

Aber: Ich rede mit vielen Trauernden. Die meisten davon berichten mir von Verletzungen durch Floskeln und Ratschläge durch ihr soziales Umfeld!
Es ist kein kleiner Prozentsatz, sondern ganz eindeutig die absolute Mehrheit.

Mich frustrieren diese Gespräche immer, denn kein Trauernder sollte Verletzungen erleben müssen, die völlig unnötig sind und nur aus Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit entstehen. Nachdem ich mich nun schon wirklich länger mit dem Thema beschäftige, scheint mir auch hier Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit der richtige Weg zu sein, um langfristig eine Veränderung in unserer Gesellschaft herbeizuführen. Ich gehe immer vom Guten im Menschen aus und glaube, dass die meisten nicht gerne andere verletzen. Wenn die Menschen also wissen, was ihre Worte anrichten können, werden sie sie zukünftig nicht mehr so leichtfertig aussprechen. Das ist zumindestens meine Hoffnung. Nun müssen wir aus meiner Sicht also nur noch dieses Wissen schnellstmöglich unter die Leute bringen!

Ich werde zum Teil für die Art und Weise kritisiert, wie ich genau das jetzt probiere. Ich verstehe die Kritikpunkte durchaus, aber ich glaube nunmal, dass man manchmal mit plakativen Dingen schneller mehr erreicht, weil man dadurch größere Aufmerksamkeit erzielt. Und ich glaube im Fall der Floskeln, dass diese benannt werden müssen, damit Nicht-Trauernde überhaupt eine Ahnung haben, worum es geht. Natürlich machen auch ausführliche Erklärtexte, Workshops, Karten mit Wünschen von Trauernden, etc. viel Sinn. Das bestreite ich doch gar nicht. Aber ich möchte jetzt gerne schnell möglichst viele Menschen erreichen.
Meine Postinsg, Bilder und Karten sind mein Versuch, etwas zu bewirken. Nicht mehr und nicht weniger. Und was ich mache, muss auch wirklich nicht jeder gut finden. Vielleicht motiviert aber auch der Unmut über meine Art und Weise die Kritiker zu eigenen Aktionen. Da wirklich noch viel Trauerwissen in die Gesellschaft gebracht werden muss, wäre das dann doch auch schon wieder etwas sehr Sinnvolles und Postives.

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Die Top Ten der schlimmsten Trauerfloskeln

Das mit der geplanten Top Ten der schlimmsten Trauerfloskeln ist gar nicht so leicht.
Er gibt leider doch viel zu viele davon…
Beim Durchsehen der vielen Kommentare zum Thema auf meiner facebookseite ist mir aber aufgefallen, dass man die Floskeln relativ gut in 10 Kategorien einordnen kann.

Es gibt Die Zukunft wird besser – Floskeln.
Da fallen für mich z.B. folgende Sätze drunter:
Das Leben geht weiter.
Die Zeit heilt alle Wunden.
Alles wird wieder gut.

Zu den Es ist besser so – Sprüchen gehören Floskeln wie:
Ihm/Ihr geht es jetzt besser.
Das wäre ja kein Leben mehr gewesen.

In die gleiche Kategorie fallen auch die Sei froh – Sätze:
Sei froh, dass er/sie tot ist und nicht… – im Rollstuhl sitzt – behindert ist – ein Pflegefall ist – in dieser Welt leben muss

Trauernde müssen sich auch oft Es war so bestimmt – Aussagen (Der liebe Gott wollte es so. Das Schicksal hat es so gewollt. …) und Es war vorhersehbar – Hinweise (Du wusstet ja, dass er/sie stirbt. Es war zum Glück absehbar. …) anhören.

Auch die Du bist noch jung – Sätze, sollen eigentlich trösten, tun dies in der Regl aber überhaupt nicht:
Du bist noch jung … – und kannst noch andere Kinder bekommen – findest einen neuen Partner

Du musst oder darfst nicht – Aufforderungen verletzen ebenfalls:
Du musst jetzt stark sein!
Du musst nach vorne schauen!
Du musst jetzt an dich denken!
Du darfst dich jetzt nicht hängen lassen!

Die vielen Sei nicht traurig – Floskeln bewirken leider auch nicht, was sie sollen:
Er/Sie hätte nicht gewollt, dass Du traurig bist.
Er/Sie ist für immer in deinem Herzen.
Er/Sie ist jetzt bei Gott.
Er/Sie war ja schon alt.
Er/Sie hatte einen schönen Tod.

Du hast ja noch – Sätze sind auch nicht besser:
Du hast ja noch … – andere Kinder – deinen Partner – deine Freunde – deinen Hund

Es gibt auch viele unterschiedliche Tu dies, mach jenes – Ratschläge wie
Schaff dir doch ein Haustier an!
Such dir einfach ein Ehrenamt!
Geh mal zum Psychologen!

und die Jetzt reicht´s – Sprüche:
Trauerst du immer noch?
Jetzt muss es aber auch mal gut sein.
Es ist doch schon so lange her.

Was meins du, macht das mit den Kategorien so Sinn?

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Trauerwissen, Teil 2

Ok, ich weiß es selber, das Design der Bilder ist alles andere als perfekt, aber erstens kann ich es selber nicht besser und zweitens geht es mir da auch gerade nicht drum. Viel wichtiger finde ich es erst einmal, kurze, prägnante Sätze zu finden. Und das ist gar nicht mal so ganz leicht.
Diese hier sind mir als nächstes eingefallen:

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#trauerwissen

Ich versuche gerade eine neue Postkarte zum Thema Trauerfloskeln zu erstellen.
Es soll soetwas wie die Top Ten der schlimmsten Sprüche werden.
Dafür habe ich die Besucher meiner facebookseite befragt und sehr viele Kommentare bekommen.

Diese haben mir mal wieder deutlich gezeigt, wie wichtig das Thema ist und dass leider noch ganz viel an „Wissensverbreitung“ / Aufklärungsarbeit in unserer Gesellschaft nötig ist.
Wie aber können wir alle dazu beitragen?
Ich versuche es beispielsweise regelmäßig mit meinen „Hilfe da trauert jemand – Abende“, die aber hier bei mir vor Ort leider nur auf geringes Interesse stoßen. 🙁
Auch über facebook probiere ich einiges. Aber können geteilte Infos und Bilder in sozialen Medien helfen? Ich denke schon. Das Ganze muss nur irgendwie gut + ansprechend verpackt werden. Die Trauer Bullshit Bingo Karte und der Spickzettel sind dafür recht gute Beispiele.
Mir ist gestern nun noch eine neue Idee gekommen. Vielleicht kann man ja unter den Hashtags #trauerwissen und #gutzuwissen viele kleine „Infohäppchen“ an die Nutzer sozialen Medien verteilen.
Ich habe auf die Schnelle mal erste Bilder zum Thema Trauerwissen gemacht, die vom Design zwar noch nicht der Knaller sind, aber für einen Anfang sicher reichen. Wer mich bei der Wissensverbreitung unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, die Hashtags ebenfalls zu nutzen und auch eigene Bilder / Texte damit zu versehen. Zusammen können wir viel mehr erreichen!

Und was können Trauernde darüberhnaus und abgesehen vom Verbreiten solcher Infos, Karten und Bilder tun?
Die meisten Trauernden, mit denen ich über das Thema spreche, fühlen sich bei Trauerfloskeln im ersten Moment wie vor den Kopf gestoßen und ihnen fällt ad hoc keine sinnvolle Erwiderung ein. Das ist schade, aber natürlich völlig normal. Wenn ich mich gedanklich aber schon mal mit den verletzenden Floskeln und Ratschlägen auseinandergestzt und mir Antworten überlegt habe, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie mir im richtigen Moment auch einfallen. Mit dem Wissen darum, dass die Sprüche nicht verletzen sollen, sondern im Grunde gut gemeint sind und es der andere nur nicht besser weiß, kann ich dem anderen dann vielleicht sogar sofort freundlich erklären, wo das Problem liegt. Und wenn es nicht in der Situation selber gelingt, dann kann ich es zu einem späteren Zeitpunkt probieren.
Wir dürfen nicht vergessen: Menschen, die bisher keinen schweren Verlust erlebt haben, können sich nicht einfach so in Trauernde hineinversetzen. Sie brauchen unsere Erklärungen…

Wenn wir uns alle um Aufklärung bemühen, dann werden die vielen unnötigen Verletzungen durch Floskeln + Ratschläge hoffentlich bald der Vergangenheit angehören.

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